Seit der Gründung MINT-orientiert

Gesamtschule Greven

Klaus Russell-Wells von der FH Münster, Abteilung ST erklärt Schülern den Ladestecker eines Elektroautos.
Clemens Lodde, Lehrerin Anika Kosbab und Marie Gille, freuen sich über den Sonderpreis des Wettbewerbs "bio-logisch".

Die 2012 gegründete Gesamtschule Greven hat ihren Fokus seit ihrem Bestehen unter anderem auf die Förderung der MINT-Fächer gelegt.

Und so fing alles an: Gleich im ersten Jahr, als nur Fünftklässler die Schule besuchten, wurde im AG-Bereich eine „Experimentier-AG“ angeboten, die aus allen Naturwissenschaften (NW) Versuche behandelte. Flexibel hat sich der AG-Bereich in den Jahren danach erweitert, gekoppelt an die individuellen Kompetenzen der jeweils neuen Lehrerkollegen und orientiert an den Interessen der Schüler.

So entstand bald die „Naturwerkstatt“, die einen Schwerpunkt auf der Arbeit mit Materialien aus der Natur hat. Auch die „Schulwerkstatt“ kam hinzu, in der beispielsweise Möbel für die Schule gebaut werden. Im Wahlpflicht-Bereich ist NW ein beliebtes Fach. In den meisten Jahrgängen müssen zwei Kurse angeboten werden. Einer ist an eine MINT-TAG gekoppelt, die die Inhalte aus dem Unterricht praktisch vertieft. Der Internetführerschein bildet oftmals den Anfang der MINT-AG, um solide Recherchearbeit zu ermöglichen.

In dem Wahlpflichtunterricht NW wird regelmäßig an Wettbewerben teilgenommen. Neben „chemie entdecken“ steht der Wettbewerb „bio - logisch“ im Vordergrund. So war „Alles im grünen Bereich“ Thema des vergangenen Schuljahres. Die Schüler führten Experimente, Berechnungen und Recherchen zum Thema Fotosynthese durch. Die Schule erhielt eine von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann ausgestellte Urkunde, die der Schule attestierte, Schüler im Besonderen zu naturwissenschaftlichem Arbeiten motivieren zu können. Die Dotierung des Sonderpreises ermöglichte den Teilnehmern der Wahlpflicht-Kurse einen hochinteressanten Ausflug zum Flughafen Münster-Osnabrück. Auch im Schuljahr 2015/16 nahmen die Wahlpflicht-Kurse wieder teil am Wettbewerb „bio-logisch“. Beim Motto „Alle meine Entchen“ mussten Aufgaben rund um die Stockente gelöst werden. „Wie schnell kann eine Ente schwimmen und laufen?“ oder „Kennen die Mitschüler das Fütterungsverbot von Enten?“ waren Fragen, mit denen sich die Jugendlichen beschäftigten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich
nach den Herbstferien bekanntgegeben.

Beim Wettbewerb „freestylephysics“ traten die Schüler 2014 mit selbstgebauten Papp-Katapulten an, die die Wirkung von Kräften auf Körper erfahrbar machen. Sie waren in der gleichnamigen AG zuvor gebaut und erprobt worden. In den Ergänzungsstunden bietet die Gesamtschule Greven Informatikunterricht ab der Jahrgangsstufe 8 an. Dort lernen Schüler Daten mit Hilfe des ASCii-Codes und Binärcodes zu verschlüsseln. Mit Hilfe einer speziellen Jugendprogrammiersprache wie Scratch und Robot Karol werden sie an  Programmiersprachen herangeführt. Jedes Halbjahr wird an einem Projekt, z. B. an einer Programmierung einer eigenen Spielidee oder an der Planung, Durchführung und Auswertung einer Umfrage gearbeitet.

Die Partnerschaft im regionalen zdi-Netzwerk war bei all den MINT Aktivitäten der Gesamtschule Anfang 2016 nur eine Selbstverständlichkeit! Seit 2016 ist die Gesamtschule Greven aktiv im Netzwerk dabei. Über das Netzwerk sollen die bisherigen Aktivitäten ausgeweitet werden, um den Schülern im Bereich der MINT-Berufsorientierung noch mehr Einblicke insbesondere in Firmen vor Ort zu ermöglichen.

MINT-Koordinatorin Anika Kosbab konnte über das diesjährige zdi-Partnertreffen schon einige Kontakte knüpfen und mit dem zdi-Team das erste Projekt mit Lokalfokus planen: Das jetzige Schuljahr startete für den
9. Jahrgang mit einer Projektwoche zum Thema „Berufswahlorientierung“, in der MINT-Orientierung groß geschrieben wurde. So konnten die Neuntklässler an zwei Tagen im Rahmen einer Art Rallye zu den ortsansässigen Firmen egeplast international GmbH und TWE Group in Greven und Emsdetten fahren. Zudem besuchten sie Carl Nolte Technik und Noltewerk, Bunsieck & Partner GmbH und D.W. Werbung GmbH im Gewerbegebiet Mergenthalerstraße in Greven. Auf dem Steinfurter Campus der FH Münster bot sich den Schülern die Gelegenheit, das Arbeitsgebiet eines Umwelttechnikers kennenzulernen und Hochschulluft zu schnuppern. Das Programm wurde durch das zdi-Team in Kooperation mit den sechs Netzwerkpartnern erarbeitet. Die Schüler konnten z. B. den Beruf eines Werbetechnikers sowie eines Textillaboranten kennenlernen. Die Gesamtschule Greven hat fünf Jahre nach Gründung schon auf vielfältige Art und Weise eine MINT-Orientierung geschaffen, die in Zukunft insbesondere in der Oberstufe eine weitere Profilierung erhalten wird.

Jugendliche der Gesamtschule Greven lernen bei der Rallye den Beruf des Textillaboranten bei TWE in Emsdetten kennen