Das Gymnasium Martinum ist ein Maker-Gymnasium

Das Gymnasium Martinum hat viele profilbildende Aspekte. Zunächst ist es ein Ganztagsgymnasium und bietet daher allen Schülern zahlreiche Möglichkeiten, die eigenen Neigungen zu entdecken und zu entwickeln.

Raspberry Pi Roboter nehmen Formen an
Biochemie am Martinum

Dazu gehört selbstverständlich der MINT-Bereich. Dieser ist bereits ab dem Jahrgang fünf präsent, da die Kinder im zweiten Halbjahr aus dem Ganztagsangebot ihre Profil- und Neigungskurse wählen. Die Profilkurse behalten die Kinder bis einschließlich dem siebten Jahrgang.

Im Angebot befinden sich neben MINT, Musiktheater, Sprache, Kunst und Sport, da das Martinum als einzige Schule im Kreis Steinfurt Partnerschule des Leistungssports ist. Alternativ können die Kinder halbjährlich wechselnde Neigungskurse wählen, in denen sie ihre Talente entdecken und ausprobieren können. Im MINT-Bereich stehen dabei die LEGO-Roboter hoch im Kurs. Im Wahlpflichtbereich der Klasse acht und neun können dann die Schüler aus dem MINT-Bereich Informatik oder das Fach Biochemie wählen. In der Regel nimmt über die Hälfte der Schüler eines dieser Angebote an. In Informatik wird jetzt gezielter programmiert und IT-Abläufe werden stärker in den Fokus genommen.
Im Fach Biochemie erforschen die Schüler oft Themenbereiche, die sie nach ihren Neigungen wählen. Diese Kurse werden vergleichsweise oft von Mädchen gewählt, die dann Produkte aus ihrer eigenen eigenen Lebenswelt untersuchen. Daraus entstehen oft erfolgreiche Teilnahmen an Wettbewerben wie „Jugend testet“.

Durch die verschiedenen Angebote in der Sekundarstufe I wählen die Schüler in der Oberstufe die entsprechenden Naturwissenschaften als Leistungskurs oder Grundkurs, sodass regelmäßig entsprechende Abiturprüfungen stattfinden und MINT-Studiengänge oft bei der Berufswahl Berücksichtigung finden. Vielleicht liegt es auch ein wenig an dem Vorbild Georg Bednorz. Der Nobelpreisträger hat am Gymnasium Martinum sein Abitur gemacht und später für seine Forschung im Bereich der Supraleitung den Nobelpreis für Physik erhalten. Talente stecken überall.

Eine weitere Besonderheit ist die Raspberry Pi AG für Mädchen des Martinums. Seit 2016 können sich jedes Jahr ca. 10 Mädchen für die Raspberry Pi AG bewerben, in der nach einem Jahr jede Teilnehmerin ein umgesetztes Projekt vorstellen muss. In dieser AG werden die Mädchen, mit der Unterstützung aus der Wirtschaft von IBM, Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup, Stadtwerke Emsdetten, der TKRZ und der Rütgers Stiftung, mit dem Minicomputer und entsprechendem Zubehör ausgestattet. Jedes Mädchen erhält einen eigenen Raspberry Pi, der von dem Förderverein der Schule finanziert wird, mit entsprechendem Zubehör.
Nach einer Einarbeitungszeit suchen sich die Schülerinnen eigene Projekte, die sie umsetzen möchten. Dazu gehören beispielsweise eine Drone, ein Smart-Spiegel, Roboter, die man mit einer Wii-Fernbedienung steuern kann oder eine selbstgebaute Fotobox. Die Schülerinnen arbeiten jahrgangsstufenübergreifend zu sammen, aber jede an ihrem eigenen Projekt. So entsteht eine eigene Maker-Szene, in denen die Mädchen sich untereinander ihre Projekte zeigen und sich gegenseitig helfen. Die jüngsten Schülerinnen sind in der Jahrgangsstufe 5, während die ältesten im Abiturjahrgang sind. Ideen für die praktische Arbeit konnten die Schülerinnen auf der „Maker Faire“ in Dortmund gewinnen und sie wurden von den Partnern aus der Wirtschaft mit einem 3D-Drucker ausgestattet, damit die eigenwilligen Konstruktionen realisiert werden können. Dieses Projekt entwickelt sich immer weiter, da die Schülerinnen nach Abschluss ihrer Projekte weiter an der AG teilnehmen können und weitere Projekte realisieren.

Wenn man Schüler am Martinum ist, kann man leicht zum Maker werden. Das Martinum verspricht sich eine stärkere Vernetzung zwischen der Schul- und Arbeitswelt von der Partnerschaft mit dem zdi-Zentrum Kreis Steinfurt. Es soll einfacher werden, die wissenschaftlichen Zusammenhänge im Unterricht mit den Erfahrungen und dem Know-How der Wirtschaft zu verknüpfen.