Markenzeichen Technik

MINT-Profil Grundlage der Arbeit an den Technischen Schulen Steinfurt

Simple Walker (Schülerkonstruktion)

Alle drei Fächerbereiche der MINT-Ausrichtung sind eine Selbstverständlichkeit an den Technischen Schulen Steinfurt. Kaum ein Schüler oder eine Schülerin kommt an das Steinfurter Berufskolleg, der oder die nicht mathematische oder technische Neigungen bereits in früherer Schulzeit bei sich erkannt hat. Und so finden viele aus der weiteren Umgebung Steinfurts in ihrer weiterführenden Schulkarriere den Weg hierhin. Sie erfahren und erarbeiten in der Berufsschule oder in vielfältigen Vollzeitschulformen mit den vielen anderen der rund 2.000 Schülerinnen und Schüler Mathematik, Informationstechnische Weiterbildung und Technik in jeder beruflichen Facette.

Im täglichen Unterricht, aber auch bei vielen Projektvorstellungen oder außerschulischen Veranstaltungen, die die Technischen Schulen Steinfurt organisieren, ist die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis das wichtigste Ziel. Bei einem großen Europatag mit einer Technikmesse wurden vor einigen Monaten der Öffentlichkeit komplexe Produkte vorgestellt, die vorher in Klassen des Technischen Gymnasiums mit Schwerpunkt Maschinenbautechnik und in der Höheren Berufsfachschule Metalltechnik entwickelt wurden.
So sind in Kooperation mit europäischen Comenius-Projektpartnern voll funktionsfähige Maschinen entwickelt und gebaut worden, die inzwischen als Unterrichtsmodelle weiter genutzt werden. Neben einer professionellen Strahlkabine wurde eine realistisch arbeitende Aufzugsteuerung erstellt.
Futuristisch mutet ein Tree Climber an, der vertikal das schafft, was sein „Kollege“ Simple Walker in der Horizontale vollbringt. Die sechsbeinige Spinne wurde von den Klassen selber entworfen. Es wurde mit CAD gezeichnet, konstruiert und es wurden Bewegungsabläufe analysiert, so dass beim Bau eines Prototypen in den schuleigenen Werkstätten bzw. im CNC-Labor und in Kooperation mit dem Fachbereich Informationstechnik unterschiedliche Fertigungsverfahren wie Drehen, Fräsen, Laser-Schneiden oder Platinenerstellung zum Zuge kamen. Funktionierte die erste Simple Walker-Generation noch auf Knopfdruck, so konnten die Nachfolger bereits per Bluetooth über eine Handy-App gesteuert werden.
Und die Entwicklung geht weiter: Der nächste Jahrgang hat den Ehrgeiz, das Konzept zu perfektionieren: bedienerfreundlichere Konstruktion, leichtere Platinenaufnahme und Batteriewechsel, Montage von Näherungssensoren usw. – der Kreativität der Profi-Techniker sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Dass diese Anforderungen nicht nur im fortgeschrittenen Unterricht der Konstruktionstechnik des Technischen Gymnasiums möglich sind, zeigt die Kooperation des Berufskollegs mit der Sekundarschule Schöppingen-Horstmar. An mehreren Projekttagen haben deren Schüler mit Informationstechnischen Assistenten in den Steinfurter Laboren zusammengearbeitet und die Mikrocontroller-Hardware gelötet. Anschließend wurde dafür ein einfaches Programm geschrieben. Das Einführungstutorium zur Programmierung der Controller wurde von den jungen „Sek I-Partnern“ bereits mehrfach umgesetzt, um an deren Schule kleine, aber genauso funktionsfähige Simple Walker in Low-Budget-Bauweise zu konstruieren.

Eine aktuelle Projektidee wird in einem europäischen Erasmus+-Programm entwickelt. In einem additiven Fertigungsverfahren soll ein 3D-Puzzle hergestellt werden. Jeder Partner übernimmt den Druck eines Puzzleteils, wobei natürlich die Verbindungsstellen exakt ausgearbeitet sein müssen. Das Besondere: Die Klasse analysiert den Bausatz eines gekauften 3D-Druckers und verbessert ihn für die Bedürfnisse dieses Europa-Projekts.

Um Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen und mit der regionalen Wirtschaft zu stärken und auszubauen, haben sich die Technischen Schulen Steinfurt dem Netzwerk des zdi-Zentrums Kreis Steinfurt angeschlossen. Die Technischen Schulen Steinfurt haben ihr Projekt Simple Walker z.B. am „Tag der kleinen Forscher“ am 23. Juni 2015 gemeinsam mit dem zdi-Zentrum präsentiert. Bei (internationalen) Präsentationen, aber auch zum Beispiel auf ihrem selbst entwickelten TSST-Video-Kanal werden die vielfältigen Unterrichtsprojekte vorgestellt.

Für alle, die nicht wissen, wie eine selbst entwickelte Chipsortiermaschine funktioniert: Schauen Sie doch mal rein auf der Schul-Homepage unter www.tssteinfurt.de (TSST-Tube).

 

Schüler Technisches Gymnasium/Maschinenbautechnik bei der Entwicklung des 3D-Druckers.